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Therapie – eine lange Suche und noch längeres Lernen

Ein Erfahrungsbericht von "Katzenkinder"

"Katzenkinder" sind ein multiples System. Seit der Kindheit waren waren sie immer wieder nicht nur häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch, sondern auch ritueller Gewalt durch einen Kult ausgesetzt. Sie haben es trotz vieler Schwierigkeite geschafft "auszusteigen", den Fesseln des Kultes zu entfliehen.


Gab es einen Auslöser, dass ich mich entschloss eine Therapie zu machen? Ja! Definitiv! Ich schlug meinen Sohn. Und zwar so schlimm – aus dem Affekt – dass zwei Tage später noch blaue Spuren auf der Wange zu sehen waren. Vorausgegangen waren 2 Jahre mit heftigen Flashs. Flashs von Missbrauchbildern die ich nicht glauben konnte/wollte.

Heute – mit viel Abstand - weiß ich, dass ich damals komplett instabil war. Ich mehrmals am Tag getriggert wurde. Überlastet, steckte mitten in Terminzeiten des Kults, die Wochen vorher immer wieder andere Anteile in mir vergewaltigt worden waren von denen ich nichts wusste und ich hatte schwerste Depressionen mit andauernder Suizidalität. Aber für mich war es damals alles normal. Hatte ich mein (Er)leben immer so empfunden. Ich wehrte mich zu einem Arzt zu gehen. Klar – war es doch verboten, würde mir eh keiner glauben, und gab es Redeverbote noch und nöcher. Bis zu diesem Tag an dem ich das erste und letzte Mal meinen Sohn schlug.

Um Kontrolle über die "Sache" zu behalten, erkundigte ich mich im Web nach Tabletten. Tabletten, die mir die Flashs und Depressionen nehmen sollten. So dachte ich in meiner Naivität, gäbe es doch Mittelchen mit denen ich wieder "normal" nach meinem Empfinden leben könnte ohne zu wissen was normal überhaupt ist. Und damit auch keine Gesprächstherapie oder anderen Kokolores.

Ich ging zu meiner Hausärztin. Ein Gedanke an Gesprächst-Therapie weit weg Ich wollte nur an diese Tabletten irgendwie kommen. Angstvoll, das erste Mal an „offizieller“ Stelle über meinen Missbrauch und entsprechende Probleme redend. Ich dissoziierte. War verzweifelt als Sie mir die Hilfe verweigerte und mich an einen Psychiater überwies. Ich hatte gedacht, wenn ich erstmal darüber redete, dass ich sofort Hilfe bekäme. Und nun war alles umsonst gewesen.

Es dauerte zwei Wochen bis ich einen Termin bekam. Die Angst hatte sich inzwischen bis ins unermessliche gesteigert. Ich wartete in der Psychiaterpraxis über zwei Stunden bis ich endlich aufgerufen wurde. Ich weiß nicht wie ich durchhielt. Irgendwann saß ich bei diesem Menschen im Behandlungszimmer und wurde nur kurz aufgefordert mich bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Ein letzter Rest wehrte sich. Ich war ausgeliefert, fertig.

Fortsetzung folgt.

 

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