Forum Kontakt
DIS Persoenlich
Bibliothek
Trauma  
x  
Home Links
Sitemap
x

Viele sein – was heißt das eigentlich?

Der ganz normale Wahnsinn eines Alltags mit DIS


So, wunderbar, jetzt hat man in äußerst knappen Worten gelesen was so der handelsübliche Fachmensch über diese nicht ganz alltägliche Störung zu berichten weiß. Vielleicht hat man auch ein erstes grobes Verständnis in sich aufkeimen lassen und die lang genährte Vorstellung über Board werfen können, dass eine gespaltene Persönlichkeit ja wohl ein schizophrener Mensch ist, der schleunigst, aber ganz schleunigst in die nächstgelegene Psychiatrie gehört wo er brav mit Antipsychotika gefüttert wird, bis er nicht mehr geradeaus laufen kann.

Wie bei fast allen Dingen ist die Theorie das eine… und die Praxis schaut ganz anders aus – oder viel differenzierter.

Ich bin multipel. Ich habe eine Störung. Nein, ich bin deswegen nicht krank.

Störung heißt, dass ich in meiner Entwicklung, so wie sie von der Natur wahrscheinlich vorgesehen war (denn komischerweise scheinen die meisten Menschen ja nur aus einer Identität zu bestehen, das scheint wohl der „Normalzustand“ zu sein), ein wenig vom Wege abgekommen bin. Aufgrund äußerer Einflüsse musste sich die Seele, die Gesamtpersönlichkeit, aufspalten und hat mehrere Identitäten hinterlassen, eigenständige „Ichs“, mit eigenen Erinnerungen, eigenen Gefühlen, auch eigenen Persönlichkeitsmerkmalen, eigener Entwicklung und einem ganz eigenen Selbstbild.

Krank ist diese Tatsache allein nicht. Denn eine Krankheit ist laut Definition  eine Störung der normalen physischen oder psychischen Funktionen, die einen Grad erreicht, der die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder objektiv wahrnehmbar negativ beeinflusst.

Gut, ich gebe zu, dass das hier schon etwas mit Haarspalterei zu tun hat, aber dafür ist der lizard im Allgemeinen ja bekannt.

Ja, es ist schwierig mit vielen „Personen“ in einem Körper zu leben. Personen, die zum Teil vollkommen unterschiedliche Vorstellungen, Wünsche und Lebenseinstellungen haben. Es ist verdammt kompliziert und das Leben alleine stelle ich mir doch um ein vielfaches einfacher vor. Aber auch, wenn es kompliziert ist, so sind wir als System nur durch die Tatsache, dass wir Viele sind nicht funktionsuntüchtig was das Alltagsleben betrifft. Wir arbeiten, wir studieren, wir leben in einer funktionierenden und gesunden Beziehung. Wir haben Freunde und wir können das Leben genießen.

 

Fortsetzung