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Akute Belastungsreaktion (ABR)


Die Akute Belastungsreaktion (ABR) ist die Folge einer extremen psychischen Belastung, die der Betroffene nicht bewältigen und verarbeiten kann, diese extremen psychischen Belastungen sind in der Regel Krisensituationen, in denen der Betroffene mit körperlicher oder seelischer Gewalt gegen sich oder Andere oder mit einer Verlustsituation konfrontiert wird, oft kann das der Tod einer nahe stehenden Person sein, ein Unfall oder Gewalterfahrung.

Die Akute Belastungsreaktion ist keine Störung oder Erkrankung, sondern eine ganz normale Reaktion der menschlichen Psyche auf außergewöhnliche Belastung, umgangssprachlich wird sie auch oft als „Nervenzusammenbruch“ bezeichnet. Begriffe wir „psychischer Schock“, „Krisenzustand“ oder „akute Krisenreaktion“ bedeuten das Gleiche.

Üblicherweise setzt die Akute Belastungsreaktion direkt nach dem belastenden Ereignis ein und kann einige Stunden bis Tage andauern, seltener einige Wochen. Man unterscheidet zwischen der Akut- und der Verarbeitungsphase.

In der Akutphase sind die vorherrschenden Symptome Bewusstseinseinengung, Desorientiertheit, Wahrnehmungs- und Reizverarbeitungsstörungen. Betroffene scheinen z.B. irrationale und unnötige Handlungen durchzuführen oder nehmen bestimmte Aspekte der Situation nicht wahr. Auch dissoziative Symptome können auftreten, besonders Depersonalisation oder Derealisation. Die Betroffenen haben z.B. das Gefühl alles wie durch einen Schleier wahrzunehmen, die Umwelt erscheint ihnen völlig fremd oder sie fühlen sich wie in Watte gepackt. Auch starke Stimmungsschwankungen von Trauer zu Wut und zur Teilnahmslosigkeit treten auf. All diese Symptome werden von allgemeinen Stressreaktionen wie Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit usw. begleitet.

In der darauf folgenden Verarbeitungsphase nehmen die Symptome der Akutphase stetig ab und die Beschwerden verändern sich. So kommt es oft zu einem Widererleben der traumatischen Ereignisse durch Albträume oder Flashbacks, die durch Wahrnehmungen, die an die traumatische Situation erinnern (oft Gerüche, Geräusche), ausgelöst („getriggert“) werden. Dieses Widererleben führt oft zu einem recht ausgeprägten Vermeidungsverhalten seitens der Betroffenen. Halten die Symptome der Verarbeitungsphase länger als 4 Wochen an und liegt dadurch eine psychische oder soziale Beeinträchtigung vor, so spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), bei der es sich um eine therapiebedürftige Erkrankung handelt.

Die Akute Belastungsreaktion bedarf im medizinischen Sinne keiner Therapie, die Gabe von Beruhigungsmitteln kann sogar kontraproduktiv sein und das Ausbilden einer PTBS begünstigen. Es kann jedoch eine wichtige Maßnahme sein den Betroffene in ein geschütztes Umfeld und raus aus dem Gefahrenbereich (Unfallstelle, der Park in dem eine Vergewaltigung stattgefunden hat) zu bringen.