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Hallo, mein Name ist Lauren . Ich bin 17 Jahre alt und möchte am liebsten Folk-Sängerin werden. Ich spiele Gitarre und singe, schreibe auch alle meine Stücke selber. Viele meiner Lieder handeln Angst, Trauer, Einsamkeit aber auch vom Leben, von Freundschaft und von Gott.

Ich mag Gel-Stifte und glitzernde Schmetterlingsaufkleber, ich mag Glassteine und Fiona Apple, meine Lieblingsfarben sind blau und lila und meine Lieblingsklamotten sind Latzjeans mit Blumen und Eyore und ein großen Strohhut.

Ich habe eine wundervolle Gitarre, eine Ovation Legend 1867 (shallow bowl) und ich liebe dieses Instrument einfach. Ich mag den warmen, weichen Klang und auch, dass sie durch den kleinen Korpus so leise ist, fast flüsternd. Wir beiden passen wunderbar zusammen.

 

 

Ich wurde in den USA „geboren“, bin aus der Not heraus entstanden und habe daher erst später, als wir alle nach Deutschland zurückzogen, widerwillig angefangen etwas Deutsch zu lernen. Ich wollte nicht hierher, ich wolle nicht in ein Leben, dass ich nicht kannte, eine Kultur, die mir vollkommen fremd war, zu Menschen, deren Sprache ich so gut wie gar nicht verstand. Heute spreche ich ganz gut Deutsch, wenn ich möchte und man hört mir auch nicht an, dass ich hier noch immer eine Fremde bin.

 

 

 

Oft habe ich einen unbändigen Hass auf mich selber und ich weiß nicht wieso. Ich verstehe mich nicht. Ich habe Gefühle aber ich würde sie am liebsten abstellen können. Mir ist das alles zu viel. Ich verletze mich selber, ich bestrafe mich und manchmal will ich auch einfach nur den ganzen Schmerz, der immer in meinem Herzen ist, rauslassen, rausbluten lassen oder verstehen. Ich versteh den Schmerz, den ein gebrochener Knochen macht, aber ich verstehe nicht, warum ich in meinem Herzen so viel Schmerz habe. Der ist wie ein Fremdkörper.

Ich versuche mich nicht mehr so oft zu verletzen. Wir waren mal bei einer Therapeutin, die habe ich besonders gern gemocht und die hat mir ein bisschen geholfen, dass ich mir nicht so oft wehtue. Ich habe mir ein paar Mal Knochen gebrochen  und auch zwei Schädelbrüche gehabt und viele Gehirnerschütterungen. Ich habe mich nicht geschnitten, nur wenn ich nicht anders konnte weil ich mich so sehr geschämt habe für die Narben. Ich habe mir immer Schürfwunden zugefügt, andere haben Klingen in der Tasche, ich hatte immer Sandpapier. Irgendwann hat das Schneiden einfach gar nichts mehr gebracht, nur kaputte Haut aber es war genauso taub wie der Rest des Körpers.

Ich habe auch Innen Leute, mit denen ich reden kann, wenn der Druck wieder so unendlich groß wird. Ich weiß auch, dass ich nicht nur mir wehtue, sondern auch anderen. Manchmal hasse ich die anderen dafür, dass ich nicht einfach weg und raus kann, dass ich nicht meinen Schmerz spürend darf.

 

Wir wollen bald in eine neue Wohnung ziehen, da freue ich mich schon drauf, ich fühle mich bei uns nämlich nicht richtig zu Hause, außer in unserem Schlafzimmer, aber das ist so klein. In der neuen Wohnung freue ich mich am meisten auf eine Musikecke. Dann hole ich mir auch meinen Verstärker wieder, den habe ich nämlich ausgeliehen, und es gibt einen kuscheligen Hocker und ich hoffe es wird auch bald ein bisschen Geld für mich übrig sein, damit ich ein Mikrophon kaufen kann, ich hätte so gern ein eigenes.